Alltag ohne Auto – Sina und das Load 60 HS von Riese & Müller

Veröffentlicht von Anna am

Sina und das Load 60 HS (Foto: Sina)

Diese Woche haben wir Sina getroffen. Sie fährt auch ein Load 60 von Riese und Müller und zwar ein richtig Schnelles mit Speed Motor!

Hallo Sina, Dein Alltag funktioniert autofrei! Danke, dass Du uns darüber erzählst. Was für ein Fahrrad fährst Du?

Wir fahren das Load 60 HS von Riese und Müller.

Warum dieses Modell? Welche Eigenschaften haben Dich überzeugt?

Wir wollten ein Lastenrad, was vor allem auch sportlich und wendig ist und vom Fahrgefühl einem ganz normalen Rad sehr ähnlich ist.

Wozu nutzt Du das Rad hauptsächlich? Beschreibe doch mal eine alltägliche Fahrt!

Wir nutzen das Rad eigentlich für alle Bewegungen in der Stadt. Morgens die Kinder in die Kita bringen, danach noch Großeinkauf. Nachmittags alle wieder einsammeln und dann gerne noch weiter in den Wald oder auf den Spielplatz. Natürlich fahren wir mit dem Rad auch zur Arbeit (wenn wir nicht im Homeoffice sind) und es ist echt genial, die Transportfläche dann auch für andere Dinge zu nutzen.

Was transportierst Du alles mit Deinem Rad und was war die bisher größte Ladung, die Du transportiert hast?

Wir transportieren hauptsächlich zwei Kinder. Hatten aber auch schon mal drei Bier-bzw. Wasserkisten vorne drin. Und ein Trampolin 😀

Wo fährst Du lang und wie viele Kilometer fährst Du ungefähr am Tag / in der Woche?

Am Tag fahren wir so 30-50km etwa. Da wir mitten in der Stadt wohnen, versuche ich Straßen zu vermeiden, die auf der einen Seite sehr stark mit Autos befahren sind und auf der anderen Seite so zugeparkt, dass man ständig anhalten muss bei Gegenverkehr.

Was war die schönste Fahrt oder was findest Du an Deinen Fahrten besonders schön?

Das war ein Ausflug während des „Lockdowns“ mit einer Freundin und ihren Kids in der Frühlingssonne den Emscherradweg und am Kanal entlang bis zur Henrichenburg. Aber eigentlich sind alle Ausflüge mit dem Rad toll, weil man einfach so frei und draußen und in Bewegung ist.

Ist Dein Lastenrad denn wirklich ein Ersatz fürs Auto?

Absolut, ja. Es gibt nur ganz, ganz selten Situationen, in denen wir wirklich ein Auto brauchen und dann leihen wir uns eins.

Gab es auch schon negative Erfahrungen?

Ja klar. Als Radfahrer*in in der Stadt wird man leider von vielen Autofahrer*innen nicht wirklich ernst genommen und das kann durchaus zu brenzligen Situationen führen.

Und letzte Woche hatten wir voll beladen mit zwei Kids und Gepäck mitten in der Bolmke einen komplett platten Reifen. Da mussten dann alle aussteigen und wir mussten schieben. Puh, das war anstrengend.

Ein ganz großes Problem beim Lastenrad ist ja das sichere Abstellen. Wie hast Du das gelöst?

Zum Glück haben wir zu Hause eine Garage, die wir dafür nutzen. Und wir haben ein super, super, super dickes und sicheres Schloss, womit wir das Rad abschließen, wenn wir unterwegs sind. Außerdem haben wir viel Geld in eine Versicherung investiert.

Wo siehst du Verbesserungsbedarf in der Infrastruktur für den Radverkehr in Dortmund?

Es muss definitiv mehr Platz her. Der Raum, den die parkenden Autos permanent einnehmen, ist einfach immens. Die meisten Straßen in der Stadt sind wegen der parkenden Autos nur in eine Richtung gleichzeitig zu befahren. Und es braucht Fahrradwege, die klar gekennzeichnet und sicher sind.

Eine Familien- und fahrradfreundliche Verkehrspolitik – wie sieht die für Dich aus?

Ganz ehrlich: ich bin mittlerweile für eine komplett autofreie Innenstadt. Autos machen in der Innenstadt einfach keinen Sinn und da müsste viel, viel mehr passieren. Das klappt in anderen Städten ja auch. Nur so können sich auch die Kinder sicher auf dem Fahrrad bewegen. Auch wenn unser Großer mittlerweile ganz gut selber fährt – jede Fahrt ist eine absolute nervliche Herausforderung, weil man einfach die ganze Zeit so höllisch aufpassen muss.

Gibt es sonst noch etwas zu sagen?

Ich finde es herrlich, dass die Zahl der Lastenräder deutlich zugenommen hat in letzter Zeit und ich hoffe, dass die Politik (nicht nur in Dortmund) da endlich anfängt radikal umzudenken und zu handeln.

Durch so tolle Aktionen wie die Kidical Mass schaffen wir es glaube ich auch, unsere Stimme in der Öffentlichkeit immer lauter werden zu lassen. Danke, dass ihr dabei mithelft!


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