Alltag ohne Auto – Ida und das Douze G4

Veröffentlicht von Anna am

Ida und das Douce G4 (Foto: Ida)

Im August haben wir Ida getroffen. Sie wünscht sich, dass ihr Kind eines Tages sicher mit dem Fahrrad zur Schule fahren kann. Das wünschen wir uns auch! Für alle Kinder in Dortmund! Seid dabei, wenn wir es allen zeigen und am 20. September mit der Kidical Mass durch unsere Stadt fahren!

Hallo Ida! Dein Alltag funktioniert autofrei! Danke, dass Du uns darüber erzählst. Was für ein Fahrrad fährst Du?

Das Douze G4 von Douze Cycles

Warum dieses Modell? Welche Eigenschaften haben Dich überzeugt?

Das Douze G4 bietet viel Stauraum und Platz für zwei Kinder auf einer Bank, d.h. Die Kinder sitzen komfortabel auch auf längeren Strecken. Unter der Bank befindet sich ebenfalls noch Stauraum. Die Seilzuglenkung und die Federgabel bieten enormen Fahrkomfort und ein sehr sportliches Fahrgefühl. Ich fahre gerne schnell und sportlich, daher passt dieses Modell gut zu mir. Das Design vom G4 hat mich auch überzeugt.

Wozu nutzt Du das Rad hauptsächlich? Beschreibe doch mal eine alltägliche Fahrt!

Einkäufe und mein Kind transportieren. Mein Kind von der Kita abholen, einkaufen, Picknick im Park, die Picknick Decke, ein Ball, oft auch ein Roller sind meistens dabei.

Was transportierst Du alles mit Deinem Rad und was war die bisher größte Ladung, die Du transportiert hast?

Ich transportiere mittlerweile fast alles mit dem Douze, also auch Ikea Boxen mit Sachen, Getränkekisten, Arbeitsmaterial usw… das Fahrrad meiner Tochter, wenn sie nicht mehr fahren kann. Ich habe einmal versucht meine erwachsene Schwester und meine Tochter plus Einkäufe zu transportieren, das ging leider schief, da ich das Gewicht nicht mehr halten konnte. Wir sind kurz umgekippt, da der Schwerpunkt nicht stimmte.

Wo fährst Du lang und wie viele Kilometer fährst Du ungefähr am Tag / in der Woche?

Das ist sehr unterschiedlich, ich fahre hin und wieder nach Lünen zu meiner Mutter, das sind 42 km hin und zurück. Normalerweise fahre ich ca. 10 km am Tag durch die Stadt. Am Wochenende machen wir gerne längere Radtouren. Ich besitze das Douze seit Ende März 2020 und bin insgesamt jetzt ca. 800 km gefahren.

Was war die schönste Fahrt oder was findest Du an Deinen Fahrten besonders schön?

Die schönsten Fahrten sind lange Radtouren zum Beispiel. nach Lünen durch kleine Feldwege über Dortmund Wambel, Brackel, durch den Kurler Busch, usw… Dortmund ist grüner als viele Menschen auf Anhieb denken würden. Ich liebe es einen Berg runterzufahren mit schnellem Tempo und mein Kind singt dabei auf ihrer Bank in der Box.

Ist Dein Lastenrad denn wirklich ein Ersatz fürs Auto?

Ja definitiv, denn früher habe ich oft das Auto benutzt, da ich nicht alles mit dem Fahrrad transportieren konnte. Ich benutze das Auto in der Stadt kaum noch. Die Investition in das Lastenrad ist super! Ich würde es immer wieder kaufen.

Gab es auch schon negative Erfahrungen?

Eigentlich keine bis auf zwei kleine Stürze am Anfang als ich mich an die Größe und das Fahren gewöhnen musste, aber das ging schnell und ich fühle mich jetzt sehr sicher auf dem Lastenrad. Das ist wie mit einem neuen Auto, man muss ein Gefühl dafür entwickeln und es kennenlernen.

Ein ganz großes Problem beim Lastenrad ist ja das sichere Abstellen. Wie hast Du das gelöst?

Ich kann das Lastenrad glücklicherweise bei unseren Nachbarn in der Garage abstellen und habe es sehr gut versichert.

Wo siehst du Verbesserungsbedarf in der Infrastruktur für den Radverkehr in Dortmund?

Leider in sehr vielen Bereichen. Vor allem gibt es zu wenig sichere und gekennzeichnete Radwege. Des Weiteren interessieren sich Polizisten kaum für den gefährlichen Fahrstil von vielen Autofahrern. Als Radfahrer wurde ich interessanterweise schon mehrmals durch Polizeibeamte gemassregelt, da ich auf der falschen Seite fahren musste, da es keinen sicheren Radweg und/oder eine Baustelle gab, die den kompletten Weg versperrte. Ich habe schon viele gefährliche Situationen erleben müssen in denen mir als Radfahrerin die Vorfahrt genommen wurde oder Autos Radwege zuparkten etc… leider war dort nie ein Polizeibeamter zur Stelle. Ich wünsche mir ein Umdenken seitens der Politik: Autos raus aus den Städten zugunsten von Mensch und Umwelt. Viele skandinavische Länder machen es vor, ebenso die Niederlande wo ich lange gelebt habe.

Eine Familien- und fahrradfreundliche Verkehrspolitik – wie sieht die für Dich aus?

Die Mobilitätsförderung vieler Kommunen ist ein Anfang, mein Lastenrad wurde vom Land NRW gefördert, deshalb konnte ich mir das Lastenrad überhaupt leisten. Das ist für viele Menschen ein Anreiz sich ein Lastenrad anzuschaffen. Aber es gibt noch viel zu tun, vor allem sollten Parkplätze zugunsten von Radwegen weichen und Autos generell aus den Innenstädten verbannt werden. Ebenso finde ich es sinnvoll Radwege zu vergrößern und sie gut zu kennzeichnen. In den Niederlanden gibt es zum Beispiel oft zwei Radwege parallel zu einer Verkehrstraße. Es gibt große Parkplätze ausserhalb der Innenstädte, wo man sein Auto parken kann. Man kann dann mit dem Bus oder der Straßenbahn in die Stadt reinfahren oder sich ein Fahrrad leihen. Die Luftqualität kann dadurch auch in den Innenstädten verbessert werden.

Gibt es sonst noch etwas zu sagen?

Ich wünsche mir, dass mein Kind irgendwann sicher mit dem Fahrrad zur Schule fahren kann, leider sich wir davon in Dortmund noch weit entfernt.


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