Alltag ohne Auto – Annika und das Yuba Spicy Curry

Veröffentlicht von Anna am

Annika und das Yuba Spicy Curry (Foto: Annika)

Diese Woche haben wir Annika mit ihrem Longtail getroffen und berichten über ein weiteres Yuba Modell. Diese Lastenräder mit dem extralangen Gepäckträger sind offenbar in Dortmund gut vertreten. Liegt das vielleicht an den oft sehr schmalen Radwegen? Oder daran, dass sie einfach superpraktisch sind? Wahrscheinlich beides… Falls Ihr noch überlegt: beeilt euch lieber, denn die Förderung für private Haushalte endet am 31.03.2020!

Hallo Annika! Dein Alltag funktioniert autofrei! Danke, dass Du uns darüber erzählst. Was für ein Fahrrad fährst Du?

Ich fahre das Yuba Spicy Curry!

Warum dieses Modell? Welche Eigenschaften haben Dich überzeugt?

Das Spicy Curry hat, im Gegensatz zu anderen Lastenrädern, keine Transportkiste, sondern einen verlängerten stabilen Gepäckträger. Dadurch bekommen wir das Rad in den Schuppen, welcher eine relativ schmale Tür hat.

Auf dem Gepäckträger kann ich zwei meiner drei Kinder mitnehmen. Dank der geräumigen Packtaschen und dem großen Frontkorb bekomme ich mühelos alle Einkäufe erledigt. Der Schwerpunkt ist durch das 20“ Hinterrad tiefer und das Fahrverhalten mit Fahrgästen deutlich stabiler.

Yuba bietet ja gleich drei Longtails mit Antrieb an. Warum das Spicy Curry?

Das Spicy Curry hat das 20″ Hinterrad, wodurch der Schwerpunkt tiefer liegt. Für mich ist das mit Einkäufen und Kindern stabiler im Fahrverhalten. Ich bin nicht sehr groß und hatte bei den anderen beiden Varianten Probleme das Rad zu halten.

Wozu nutzt Du das Rad hauptsächlich? Beschreibe doch mal eine alltägliche Fahrt!

Im Alltag nutze ich das Rad hauptsächlich als Elterntaxi oder zum Einkaufen. Eigentlich für alle Wege, die sonst innerhalb Dortmunds mit dem Auto gemacht wurden.

Am Wochenende nutzen wir für Fahrten, die auch für unsere Großen noch schwer zu fahren sind, gerne die Kombination aus dem Spicy Curry und dem Multicharger von Riese und Müller. Fahren wir zum Beispiel von Schüren zu Oma und Opa nach Wichlinghofen, nutze ich den Multicharger mit unserem Mittlerem (7Jahre), und mein Mann das Curry mit unserem Großen (9 Jahre) und unserer Tochter (4 Jahre).

So haben wir auch vor Weihnachten den Weihnachtsmarkt in Unna besucht. Es geht viel, wenn man möchte!

Was transportierst Du alles mit Deinem Rad und was war die bisher größte Ladung, die Du transportiert hast?

Mein Mann hat mich damit transportiert, um das Riese und Müller abzuholen. Die Blicke der Autofahrer waren herrlich!

Wo fährst Du lang und wie viele Kilometer fährst Du ungefähr am Tag / in der Woche?

Da ich als Tagesmutter zu Hause arbeite, habe ich keinen Arbeitsweg, so dass die Fahrten relativ kurz ausfallen. Da bewege ich mich viel zwischen Hörde und Aplerbeck.

Einmal in der Woche fahre ich in die Innenstadt zum Großeinkauf im Bioladen.

Da ich noch nie ein Freund davon war, die Kinder quer durch Dortmund zu chauffieren, haben wir Hobbys wohnortnah gesucht.

Innerhalb von Dortmund fahren wir aber allgemein nur noch mit dem Fahrrad. In die Innenstadt schaffen es unsere Jungs von Schüren aus schon alleine.

Was war die schönste Fahrt oder was findest Du an Deinen Fahrten besonders schön?

Die Fahrt zum Weihnachtsmarkt nach Unna fand ich besonders schön. Die Fahrt hat einem so schön gezeigt, was möglich ist. Und unsere Kinder haben es, trotz Kälte, genossen.

Zweimal haben wir auch die Critical Mass mit der ganzen Familie mitgemacht. Für die Kinder sehr aufregend und spaßig.

Ist Dein Lastenrad denn wirklich ein Ersatz fürs Auto?

Jein! Im Alltag, innerhalb Dortmunds, auf jeden Fall, aber Urlaubsfahrten können wir uns aktuell mit drei Kindern nicht ohne Auto vorstellen. Und auch zu Judoturnieren der Jungs nutzen wir dann doch meistens das Auto. Mein Mann fährt beruflich so viel wie möglich mit dem Rad, aber alles geht nicht.

Gab es auch schon negative Erfahrungen?

Ja, aber nur solche, die auch mit einem normalen Rad passiert wären. Am Phönixsee, wo es einen tollen Radweg gibt, konkurriert man ständig mit Ignoranten Fußgängern und gespannten Hundeleinen.

Nervig ist auch die ewige Frage nach dem Anschaffungspreis.

Ein ganz großes Problem beim Lastenrad ist ja das sichere Abstellen. Wie hast Du das gelöst?

Daher die Wahl des Longtails, also dem Rad mit verlängerten Gepäckträger. Das passt in den Schuppen an unserem Haus.

Wo siehst du Verbesserungsbedarf in der Infrastruktur für den Radverkehr in Dortmund?

Als Bewohner im Stadtbezirks Aplerbeck muss ich sagen, dass man sich von der Stadt vergessen fühlt. In Schüren gibt es quasi keine Fahrradwege. Parkende Autos machen das Radeln gerade für Kinder gefährlich. Macht man das Radfahren in den Vororten sicherer, kommen vielleicht mehr Menschen auf die Idee zu radeln und dann auch mit dem Rad in die Innenstadt zu fahren!? Es muss ein Gesamtkonzept für Dortmund geben, um den emissionsfreien Verkehr zu fördern.

Eine Familien- und fahrradfreundliche Verkehrspolitik – wie sieht die für Dich aus?

Eigentlich ist die Frage schon beantwortet. Es sollte überall sichere Fahrradwege geben. Die so genannten Schutzstreifen sind gerade für Kinder unzumutbar. Dazu kommt, dass es ausreichend attraktive Freizeitangebote wohnortnah geben muss, damit es unnötig wird das Auto zu nutzen.

Gibt es sonst noch etwas zu sagen?

Für mich war die Entscheidung, mein Auto gegen das Rad zu tauschen, goldrichtig. Mit dem Auto in die Stadt zu fahren, war für mich Stress pur. Mit dem Rad genieße ich es.


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